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Litteringanalyse in Salzburg

Hotspotanalyse in der Stadt Salzburg

pulswerk führte für die Stadt Salzburg eine „Hotspotanalyse“ durch. Diese soll das Alltags-Littering an bestimmten Untersuchungsgebieten sichtbar machen und somit den IST-Zustand erheben.

„Littering“ bezeichnet Abfälle, die achtlos im öffentlichen Raum weggeworfen bzw. liegengelassen werden und steht meist im Zusammenhang mit kurzlebigen Konsumgütern oder Verpackungen.
Littering-Abfälle, die im öffentlichen Raum weggeworfen werden, haben negative Auswirkungen auf Natur, Mensch sowie Tiere und verursachen hohe Kosten für die Allgemeinheit.
Eine „Hotspotanalyse“ soll das Alltags-Littering an bestimmten Untersuchungsgebieten sichtbar machen und somit den IST-Zustand erheben. Zu den Untersuchungsgebieten können unter anderem öffentliche Plätze, Spielplätze, Bahnhöfe, Busstationen, Autobahnstationen, entlang von Straßen, Einfahrts- und Ausfahrtsbereiche von Tankstellen und Take-Away-Restaurants zählen.
Im Zuge der Vorbereitungen zu dieser Analyse wurde entschieden, dass in der Stadt Salzburg in der Salzachkai-Böschung auf beiden Salzachseiten vom Pioniersteg bis zur Staatsbrücke und im Lehener Park eine Hotspotanalyse durchgeführt wird.

Ergebnisse der Hotspotanalyse in der Böschung des Salzachkais:

Bei der Vorbereitung zur Analyse der Littering-Abfälle bei den ausgewählten Plätzen stellte sich heraus, dass für die Reinigung und Pflege die unterschiedlichsten Ämter und Magistrate zuständig sind. Aufgrund dessen gestaltete sich die Ziehung von Stichproben als schwierig. Es wurde auf eine alternative Methode als die einer klassischen Abfallsortieranalyse zurückgegriffen und mit Abfallsichtungen die Littering-Abfälle analysiert.
Die Pflege, Betreuung und Reinigung des Salzachkais verursacht Arbeitsaufwendungen im Ausmaß von rd. 5.000 Arbeitsstunden bzw. Kosten in der Höhe von rd. 244.00 Euro pro Jahr. Ein Teil dieser Aufwendungen ist auf das „Littering“ zurückzuführen.
Die Analyse ergab, dass den größten Anteil nach Stück der „gelitterten“ Abfälle die Getränkeverpackungen mit 76 % aufweisen. Bei der detaillierten Betrachtung der einzelnen Getränkeverpackungen zeigt sich, dass die Einweg-Flasche den höchsten Masseanteil hat. Die Getränkedose wird nach Stück am meisten in die Böschung geworfen. Die Hochrechnung ergibt, dass jährlich rd. 23.700 Stück Getränkeverpackungen mit einem Volumen von ca. 22.500 Liter und einem Gewicht von 1.900 kg in der Böschung des Salzachkais landen.
Es wurden fast ausschließlich Littering-Abfälle gesichtet und pro Jahr gerechnet werden insgesamt ca. 31.100 Stück mit rund 2.400 kg in der Böschung zurückgelassen.
Des Weiteren gab es eine Abschätzung der weggeworfenen Zigarettenstummel. Es werden rund 1,7 Mio. Stück davon in den öffentlichen Raum geworfen, dies entsprechen ca. 83.000 Zigarettenschachteln im Wert von rund 415.000 Euro die am Salzachkai bzw. entlang der Böschung geraucht und weggeworfen werden.

Ergebnisse der Hotspotanalyse des Lehener Parks:

Die Reinigung bzw. Pflege des Lehner Parks erfolgt zwei bis dreimal in der Woche und der Arbeitsaufwand wird mit Kosten in der Höhe zwischen 40.600 Euro und 60.800 Euro jährlich abgeschätzt. Ein Teil der Kosten bzw. Arbeitsaufwandes entfällt auf die Entfernung der Littering-Abfälle.
Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass ausschließlich typische Littering-Abfälle gesichtet wurden, wobei die Getränkeverpackungen am häufigsten weggeworfen werden. Das Ergebnis der Hochrechnung zeigt, dass pro Jahr etwa 6.700 Stück mit einem Gewicht von 400 kg „gelittert“ werden bzw. einem Volumen von rund 7.400 Litern.
Zusätzlich werden rund um die Sitzbänke jährlich ca. 43.400 Zigarettenstummel weggeworfen. Dies entspricht in etwa 2.200 Schachteln im Wert von rd. 11.000 Euro, die jährlich im Park geraucht und rund um die Bänke auf den Boden geworfen werden.

Projektdauer

2017-2018

Leitung

Christian Pladerer

Umsetzung

Christian Pladerer

im Auftrag von

Amt der Salzburger Landesregierung