Hannah Hofbauer

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Abfallvermeidung entlang der Wertschöpfungskette der österreichischen Lebensmittelwirtschaft – Fokus Lebensmittel und Verpackungen
Eine aktualisierte Datengrundlage zu Lebensmittelabfällen und deren Verpackungen in Lebensmittelindustrie und -gewerbe macht die Entwicklung und Umsetzung wirksamer Maßnahmen möglich.
In der EU wurden 2022 etwa 59 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entsorgt, davon rund 1,2 Millionen Tonnen in Österreich (131 kg/Person). Über 50 Prozent dieser Abfälle entstehen in privaten Haushalten, gefolgt von Landwirtschaft, Produktion und Gastronomie (42 Prozent) sowie dem Supermarkt-Handel (5 Prozent). Die Verschwendung verursacht hohe finanzielle und ökologische Kosten. Die 2021 veröffentlichte „Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen“ bzw. das Aktionsprogramm „Lebensmittel sind kostbar“ haben die Reduktion von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette in Österreich mittels spezifischer Maßnahmen zum Ziel. Zusätzlich wird mit der Änderung der Abfallrahmenrichtlinie ein konkretes Reduktionsziel von 10 Prozent von Lebensmittelabfällen bei Verarbeitung und Herstellung (Basis 2021-2023) gefordert.
Für das Monitoring von Maßnahmen ist die Erhebung von Zahlen und Daten erforderlich. Die derzeit verfügbaren Daten in der österreichischen Lebensmittelindustrie und im Lebensmittelgewerbe stammen aus 2015/2016 und sind damit für aktuelle politische, betriebliche und ökologische Anforderungen nur noch eingeschränkt aussagekräftig.
Das Projekt AVÖL zielt darauf ab, die Datengrundlage zu vermeidbaren Lebensmittelabfällen umfassend zu aktualisieren und daraus wirksame Maßnahmen zur Abfallvermeidung abzuleiten. Durch branchenweite Befragungen ausgewählter Unternehmen der österreichischen Lebensmittelindustrie, qualitative Interviews und Abfallsortieranalysen werden aktuelle Mengen, Ursachen, Zusammensetzung und Entsorgungswege von Lebensmittelabfällen sowie ergänzend auch Verpackungsabfälle erhoben. Darauf aufbauend erfolgt die Bewertung bestehender Abfallvermeidungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effizienz und die Umsetzung, Begleitung und Evaluierung mindestens fünf konkreter Maßnahmen in Partnerbetrieben. Neben der Erarbeitung belastbarer Daten und praxisnaher Handlungsempfehlungen soll zudem ein Netzwerk zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Lebensmittelindustrie aufgebaut werden, um den Wissenstransfer und die langfristige Umsetzung in der Branche sicherzustellen. Damit leistet das Projekt einen konkreten Beitrag zur Ressourcenschonung, Kostensenkung und Reduktion von Umweltbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Die Partner von pulswerk in diesem Projekt sind Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH, Styrian Food Hub powered by Steirische Wirtschaftsförderungsges.m.b.H. SFG, BOKU University – Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Fachhochschule Wiener Neustadt GmbH, Campus Wieselburg und ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH – Lebensmittelcluser NÖ, Initiative Vienna Food Innovation der Wirtschaftsagentur Wien und WKO – Lebensmittelindustrie